VfB 1999 Bischofswerda – SG Zschorlau/Schneeberg 42:29 (23:18)
Am Samstag standen sich die Tabellennachbarn aus Bischofswerda und der SG Zschorlau/Schneeberg gegenüber. Beide trennten vor dem Spiel nur ein Tabellenrang. Auch das Hinspiel endete mit einem 30:33 Auswärtssieg nur knapp für die VfB-Mädels. Entsprechend war ein spannender Spielverlauf und ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten. Was aber die Schiebockerinnen an dem Abend auf der Platte zeigten, war Handball vom Feinsten. In der Woche bereitete sich die Mannschaft akribisch auf die Begegnung vor. Zum einen wurden verschiedene Deckungssysteme der Erzgebirgerinnen vorbereitet, zum anderen an der eigenen Defensive gearbeitet. Wermutstropfen in der Vorbereitung war jedoch die Verletzung von Caya Weger und dem krankheitsbedingten Ausfall von Frigga Boden, die leider nicht am Spiel teilnehmen konnten. Unterstützt wurde die Mannschaft aber von einer tollen Zuschauerkulisse, welche das Team des VfB offenbar beflügelte.
Von Beginn an zeigten sich die Bischofswerdaerinnen im Angriff zielstrebig. In der Startphase wurde fast jeder Angriff erfolgreich vorgetragen und die Gäste fanden keinen Zugriff auf die entschlossenen Durchbrüche. Insbesondere Melina-Jolie Lalurny und Tessa Sensch zeigten ihre Torgefahr und nutzten die großen Lücken in der Defensive der SG Zschorlau/Schneeberg. In der Abwehr wurde gut verschoben und kompakt verteidigt. Die Gästespielerinnen mussten einen erheblich höheren Aufwand betreiben, um Tore zu erzielen. Bereits in der neunten Minute, beim Spielstand von 9:6, musste der Übungsleiter der SG zur ersten Auszeit bitten. Während das Konzept der Gastgeber aufging, musste die Taktik der Mannschaft aus Westsachsen korrigiert werden. Auch wenn diese bis zur 13. Spielminute auf 12:11 aufschließen konnten, hatte man nie das Gefühl, dass zwei gleichwertige Mannschaften aufeinandertrafen. Besonders Helene Lieschke zeigte nun ihre Torgefahr und für das eine oder andere Raunen durch ihren unnachahmlichen Zug zum Tor. In der 18. Spielminute betrug der Vorsprung bereits wieder fünf Tore beim 17:12. Nach Toren von Finja Timm und Helene Lieschke betrug der Vorsprung, beim 20:14, erstmals sechs Tore. Bis kurz vor der Pause konnten die Gäste wieder auf 22:18 verkürzen. In der ersten Auszeit für den VfB wurde der letzte Angriff bei verbleibenden acht Sekunden besprochen. Die Vorgaben wurden von der Mannschaft umgesetzt und zur Pause stand es 23:18.
Trainer Sebastian Hartmann lobte in der Kabine seine Mannschaft für den tollen Auftritt bis dahin und forderte die gleiche Entschlossenheit und Leidenschaft für die verbleibende Spielzeit. Zudem sollte die verbleibende Überzahlphase, aufgrund einer Hinausstellung gegen die SG Zschorlau/Schneeberg zum Ende der ersten Halbzeit, genutzt werden, um weiter davonzuziehen. Diese Zeitstrafe geriet bei der Gästebank nach Wiederanpfiff aber erst einmal in Vergessenheit, so dass diese kurz nach Wiederanpfiff eine weitere Hinausstellung hinnehmen mussten. Diese wurde umgehend durch die Schiebockerinnen genutzt, um auf 25:18 zu erhöhen. Auch in der Folgezeit wurde nicht locker gelassen und weitere Tore von Melina-Jolie Lalurny, Larissa Klose und Jette Eisold sorgten für eine 31:21-Führung in der 32. Spielminute. Der Betreuer der Erzgebirgerinnen versuchte den Offensivdrang mit einer weiteren Auszeit zu stoppen, aber egal was er an dem Tag versuchte, die VfB-Mädels hatten darauf eine Antwort. Insbesondere in der Abwehr zeigten sich die Gastgeber als kompakte Einheit. Im Angriff konnten sich bis kurz vor Ende auch Leni Meißner und Amelie Läsker mit Toren belohnen und auch Martha Huhnstock zeigte sowohl im Angriff als auch in der Abwehr einen starken Auftritt. Aber auch die ohne Tor gebliebenen Luci Förster und Leni Berge konnten zum deutlichen Sieg durch gute Defensivarbeit beitragen. Nicht zu vergessen an dem Tag ist Maya John, welche insbesondere in der zweiten Halbzeit starke Paraden zeigte. Am Ende wurde noch der i-Punkt gesetzt. Larissa Klose bediente mustergültig Helene Lieschke, welche mit einem tollen Kempa den Schlusspunkt zum 42:29 setzte. Durch den überzeugenden Erfolg bleibt die Mannschaft weiter im Rennen um die Medaillenränge vorn dabei. In drei Wochen geht es auswärts gegen die junge Mannschaft aus Zwickau weiter. Bis dahin gilt es weiter zu trainieren, um auch im vierten Spiel der Rückrunde einen souveränen Eindruck zu hinterlassen. (shar)
„Was die Mädels heute abgerufen haben, war einfach überragend. Trotz Spiele der Nationalmannschaft zur Europameisterschaft haben sie fleißig trainiert und ihr eigenes Spiel in den Vordergrund gestellt. Taktisch, aber auch individuell waren wir den Gästen deutlich überlegen. Jede hat sich heute in den Dienst der Mannschaft gestellt, mutig und leidenschaftlich verteidigt und im Angriff alles abgerufen. Uns war klar, dass wir nur schwer zu schlagen sind, wenn wir unsere Leistung zeigen. Eine solche Dominanz hätte ich allerdings nicht erwartet,“ lobte Trainer Sebastian Hartmann seine Mannschaft nach dem Spiel. Ein besonderer Dank gilt auch dem Bischofswerdaer Fußballverein, der die Spielzeit, trotz eigenen Turniers, ermöglichte.
Es waren erfolgreich: Maya, Luci, Amelie, (Caya), Helene, Larissa, (Frigga), Melina-Jolie, Leni, Martha, Jette, Tessa, Leni, Finja.












Bilder (c) Olaf Gabler




