Lange auf Augenhöhe – am Ende doch deutlich geschlagen
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SG 09 Kirchhof – VfB 1999 Bischofswerda 42:24 (19:13)

Am dritten Spieltag führte die weiteste Auswärtsreise der Vorrunde die VfB-Mädels zur SG 09 Kirchhof nach Baunatal. Nach knapp fünf Stunden Fahrt erreichte die Mannschaft die Rundsporthalle. Ein kurzer Spaziergang durch den angrenzenden Park sorgte zunächst für etwas Bewegung, ehe die Erwärmung auf dem Programm stand. Schon dabei wurde deutlich, dass die Gastgeberinnen mit 16 Spielerinnen personell aus dem Vollen schöpfen konnten. Aufseiten des VfB standen hingegen lediglich elf Spielerinnen zur Verfügung. Colleen Kieschnick fehlte aus privaten Gründen, während Martha Huhnstock weiterhin mit einer Ellbogenverletzung zu kämpfen hat und voraussichtlich erst in der Pokalrunde wieder einsatzbereit sein wird.

Ungeachtet der personellen Situation schworen sich die Bischofswerdaerinnen vor dem Anpfiff darauf ein, sich bestmöglich zu verkaufen und dem Gegner nichts zu schenken. Jede Spielerin sollte sich auf ihre individuellen Stärken besinnen. Insbesondere in der Abwehr galt es, mit viel Teamgeist zusammenzuarbeiten und Durchbrüche durch das Deckungszentrum gemeinsam zu verhindern.

Der Start in die Begegnung verlief vielversprechend. Nach einem cleveren Anspiel von Jette Eisold brachte Elina Friedrich den VfB erstmals in Führung. Zwar gelang den Hessinnen umgehend der Ausgleich, doch Leni Meißner legte zum 1:2 nach. In der Folge schlichen sich im Angriff allerdings erneut technische Fehler und überhastete Aktionen ein, die Kirchhof konsequent nutzte, um nach acht Minuten mit 4:2 in Führung zu gehen.

In der Defensive präsentierten sich die VfB-Mädels dagegen zunächst stabil. Gemeinsam mit Torhüterin Jolanthe Valtin, die mit ihren Paraden überzeugte, hielten sie die Gastgeberinnen in Schach. So stand es nach 15 Minuten erst 6:5 für die SG 09 Kirchhof. Zwei weitere Treffer von Leni Meißner sowie ein Tor von Amelie Piechaczek hielten den VfB damit aussichtsreich im Spiel.

Eine Unterzahlphase und zwei weitere technische Fehler brachten die Bischofswerdaerinnen jedoch innerhalb kurzer Zeit ins Hintertreffen. Nach 19 Minuten hatten sich die Gastgeberinnen auf 11:6 abgesetzt. Die VfB-Mädels ließen sich davon aber nicht entmutigen und kämpften sich zurück in die Partie. Mit Treffern von Frigga Boden, Leni Meißner und Amelie Piechaczek verkürzten sie den Rückstand auf 14:10. Nachdem Kirchhof zweimal erfolgreich gewesen war, stellten Louisa Richter und Annika Frohloff mit ihren Toren zum 16:12 den vorherigen Abstand wieder her.

Die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte allerdings erneut den Gastgeberinnen. Kirchhof nutzte die letzten beiden Minuten, um den Vorsprung weiter auszubauen. Der letzte Treffer zum 19:13 fiel praktisch mit der Pausensirene, hätte jedoch nach der Korrektur der Ausführung nicht zählen dürfen, da die Partie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder angepfiffen worden war. Unabhängig davon konnten die VfB-Mädels mit ihrer Leistung in den ersten 30 Minuten durchaus zufrieden sein. Über weite Strecken waren sie gut organisiert, hielten kämpferisch dagegen und zeigten, dass sie mit den Gastgeberinnen mithalten konnten.

Auch der Start in die zweite Halbzeit gelang zunächst. Mit einem sehenswerten Treffer zum 19:14 setzte Amelie Piechaczek ein erstes Ausrufezeichen. Drei Tore in Folge durch die Hessinnen sorgten anschließend jedoch dafür, dass der Rückstand erstmals auf acht Treffer anwuchs. Der VfB hielt zunächst dagegen: Jette Eisold, Leni Meißner, Annika Frohloff und erneut Amelie Piechaczek verkürzten auf 27:19 und verhinderten vorerst, dass Kirchhof weiter davonzog.

Danach verloren die Bischofswerdaerinnen jedoch zunehmend den Zugriff auf die Partie. Im Angriff wurden die Bälle durch ungenaue Zuspiele und überhastete Abschlüsse leichtfertig verschenkt, während sich in der Abwehr immer größere Lücken auftaten. Die Gastgeberinnen nutzten diese Schwächephase konsequent aus, gewannen zunehmend an Sicherheit und spielten sich regelrecht in einen Rausch. Bis zur 52. Spielminute legte Kirchhof einen beeindruckenden 12:1-Lauf hin und baute den Vorsprung auf 39:20 aus.

In den Schlussminuten fanden die VfB-Mädels noch einmal etwas besser in die Begegnung zurück. Am deutlichen Ausgang änderte das jedoch nichts mehr: Am Ende musste sich Bischofswerda mit 42:24 geschlagen geben.

Besonders bitter ist das klare Endergebnis, weil die Mannschaft über weite Strecken der ersten Halbzeit und auch noch zu Beginn des zweiten Durchgangs eine ordentliche Leistung zeigte. Über rund 40 Minuten hielten die VfB-Mädels gut dagegen und ließen erkennen, dass sie durchaus in der Lage sind, mit dem Gegner mitzuhalten. Eine kurze, aber folgenschwere Schwächephase machte diese Arbeit jedoch innerhalb weniger Minuten zunichte. Gerade in einer Liga, in der Fehler konsequent bestraft werden, gilt es, solche Einbrüche künftig zu vermeiden.

„Zunächst gilt mein Dank den mitgereisten Eltern und Peter für die Unterstützung. Das ist keineswegs selbstverständlich! Mit der ersten Halbzeit können wir insgesamt zufrieden sein. Im Angriff konnten wir zulegen, und auch in der Abwehr ging unser Matchplan größtenteils auf. Zu Beginn der zweiten Halbzeit lassen wir sogar noch Möglichkeiten liegen, um den Rückstand weiter zu verkürzen. Dann sind wir plötzlich völlig von der Rolle, und auf beiden Seiten gelingt uns kaum noch etwas. Solche Phasen müssen wir unbedingt abstellen, denn in dieser Liga wird das gnadenlos bestraft, wie wir heute erneut erfahren mussten. Hier gilt es, konsequent weiterzuarbeiten und die Abläufe im Zusammenspiel zu festigen“, bilanzierte Trainer Sebastian Hartmann die sportliche Leistung.

Neben dem Spielgeschehen beschäftigte den Trainer auch die kurzfristige Absage bereits genehmigter Trainingszeiten für die zweite Ferienwoche. „Wir hatten uns für die Ferien einiges vorgenommen und entsprechende Trainingseinheiten geplant. Umso unverständlicher ist es für uns, dass die Halle trotz zuvor genehmigter Zeiten nun nicht mehr genutzt werden kann. Die ursprünglich vorgesehene Reinigungsmaßnahme war lediglich für einen Tag angesetzt. Eine nachvollziehbare Begründung für die vollständige Absage haben wir leider nicht erhalten. Das ist für die gesamte Mannschaft sehr enttäuschend, zumal Urlaubsplanungen und weitere Vorkehrungen auf den zugesagten Zeiten beruhten und nun rückgängig gemacht werden müssen. Darüber hinaus waren auch Trainingseinheiten für unsere jüngeren Mannschaften vorgesehen, auf die sich die Kinder bereits sehr gefreut hatten. Gerade für sie ist diese Entscheidung besonders enttäuschend.“

Das ursprünglich angesetzte Spiel gegen den Berliner TSC wurde auf Wunsch der Berlinerinnen verlegt und findet nun am Dienstag, dem 17. November 2026, in Berlin statt. Damit richtet sich der Blick für die VfB-Mädels zunächst auf die nächste Heimaufgabe: Am 8. November 2026 empfängt die Mannschaft den Thüringer HC im Wesenitzsportpark. Dann gilt es, die positiven Ansätze aus Kirchhof mitzunehmen, weiter an den eigenen Abläufen zu arbeiten und über die gesamte Spielzeit eine konstante Leistung abzurufen. (shar)

Für den VfB spielten: Maya John, Jolanthe Valtin, Linda Hartmann, Amelie Piechaczek (5), Frigga Boden (3), Louisa Richter (1), Leni Meißner (7), Jette Eisold (1), Annika Frohloff (6/3), Mira Hartung, Elina Friedrich (1)

Bilder (c) Olaf Gabler

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