Am Freitag vor Pfingsten machte sich die weibliche Jugend B mit einer Vielzahl an Eltern auf in den Norden von Deutschland. Bereits zum dritten Mal nahm die Mannschaft nun an einem der größten Nachwuchshandballturniere von Deutschland, dem 49. Kempa Ulzburg-Cup, teil. Insgesamt 24 Mannschaften trafen dabei in sechs Vorrundengruppen aufeinander. Die VfB-Mädels hatten es in der Gruppe B dabei mit der zweiten Vertretung des Gastgebers, der zweiten Mannschaft des Stralsunder HV und dem Handewitter SV zu tun.
Am Nachmittag kam man in einer der größten Gemeinden Deutschlands an und bezog zunächst das Cup-Hotel, das Alstergymnasium. Anschließend startete bereits die Vorbereitung, da die erste Begegnung des Wochenendes noch am Freitag auf dem Programm stand.
Um 19:30 Uhr erfolgte der Anpfiff zum Spiel gegen den SV Henstedt-Ulzburg II. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten und einigen Unkonzentriertheiten stand am Ende ein deutlicher 19:8 Auftaktsieg zu Buche. Bei einer Spielzeit von 15 Minuten je Halbzeit bekamen auch alle Spielerinnen bereits Einsatzzeiten und konnten dabei erste Cup-Luft schnuppern. Nach dem Spiel stand noch die große Eröffnungsfeier an. Diese stand dieses Mal ganz im Zeichen der verantwortlichen Organisatorin, da diese den Staffelstab der Organisation nach zahlreichen Jahren weiterreichte.
Bevor die Mannschaft am zweiten Spieltag ins Spielgeschehen eingreifen durfte, nutzte man den freien Vormittag für einen Ausflug in die Freie und Hansestadt Hamburg. Nach einer interessanten und beeindruckenden Hafenrundfahrt ging es wieder nach Henstedt-Ulzburg, wo um 16.05 die Begegnung gegen die Mannschaft des Stralsunder HV II anstand. Auch in diesem Spiel zeigte man einige Unkonzentriertheiten im Umgang mit dem Ball. Dies war aber auch ein Stück weit der Wärme und den Prelleigenschaften des Spielgerätes geschuldet. Trotz dieser Widrigkeiten konnte sich die Mannschaft am Ende souverän mit 21:12 durchsetzen.
Nach einer kurzen Erholungspause stand am Abend das dritte und letzte Vorrundenspiel auf dem Programm. Der Gegner vom Handewitter SV konnte bisher ebenfalls beide Gruppenspiele gewinnen, womit es in diesem Spiel um den Gruppensieg ging. Die Schiebockerinnen zeigten dabei von Beginn an eine äußerst souveräne und konzentrierte Leistung und führten schnell mit 8:1. Am Ende konnte ein deutlicher 20:8-Erfolg und somit der Gruppensieg gefeiert werden. Der Abend wurde für Regeneration und für die Beachhandballparty genutzt.
Am Sonntag wartete im Viertelfinale der VfL Bad Schwartau auf die VfB-Mädels, welche ebenfalls als Gruppenerster ihre Vorrundengruppe abschließen konnten. Allerdings gehörten sie nicht zu den vier besten Gruppenersten, so dass sie noch eine Zwischenrunde absolvieren mussten. In dieser wurde eindrucksvoll der TSV Rudow mit 20:9 vom Platz gefegt. Der Schwere der Aufgabe war man sich daher absolut bewusst. Was die Schiebockerinnen dann aber für ein Spiel ablieferten, war einfach sensationell. In der Abwehr wurde gut verschoben, gekämpft, clever agiert und beherzt zugegriffen. Im Angriff zeigte man sich beweglich, mutig und treffsicher. Es war nahezu eine perfekte Vorstellung der VfB-Mädels, welche aber gegen diesen schweren Gegner auch notwendig war. Am Ende war keine Kraft mehr zum Jubel, soviel Energie wurde in das Spiel gelegt. Lohn der Mühen war ein 22:20-Erfolg und somit der Einzug ins Halbfinale.
In diesem wartete nach einer kurzen Pause die erste Vertretung des Gastgebers. Der SV Henstedt-Ulzburg konnte sein Viertelfinale gegen den Berliner TSC mit 12:7 gewinnen und trat als körperlich robuste Mannschaft auf. Von der zuvor so starken Leistung war bei den VfB-Mädels leider nicht mehr viel zu sehen. Behäbig, unkonzentriert und ohne wirklichen Biss konnte man zwar die erste Halbzeit noch ausgeglichen gestalten, mit zunehmender Spieldauer in der zweiten Halbzeit fehlten aber die Ideen und das Durchsetzungsvermögen. Somit mussten sich die Bischofswerdaerinnen nach einer halben Stunde Spielzeit mit 11:16 geschlagen geben. Trotz der Niederlage konnten die Spielerinnen aber erhobenen Hauptes das Feld verlassen. Auch wenn die spielerischen Möglichkeiten in diesem Spiel gefehlt hatten, kämpften sie aufopferungsvoll und waren bereits unter den besten vier Mannschaften in einem starken Teilnehmerfeld.
Den verbleibenden Sonntag nutzte man, um auch andere Spiele anzuschauen und für den Besuch bei einem Eiscafé. Wie beim Ulzburg-Cup üblich, werden die Finalspiele am letzten Tag ausgetragen. Nach dem Finalspiel im Jahr 2024 durfte man somit zum zweiten Mal am Finaltag antreten.
Gegner im Spiel um Platz drei war die Mannschaft vom MTV Lübeck. Bereits vor dem Spiel war klar, dass die Mannschaft des VfB nur Außenseiterchancen hatte. Dennoch wollte man alles versuchen, um eine Überraschung zu schaffen. 12.20 Uhr ertönte dann der Anpfiff und der Start in das Spiel war zunächst sehr vielversprechend. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Spielerinnen aus Lübeck aber das Spielgeschehen und konnten eine deutliche Führung erspielen. Trotz einiger merkwürdigen Schiedsrichterentscheidungen gaben die VfB-Mädels aber nie auf und kämpften um jedes Tor. Am Ende konnten die Spielerinnen trotz einer 13:18-Niederlage stolz auf den erreichten vierten Platz sein. Im Finalspiel konnte sich die Mannschaft von der Turnerschaft St. Tönis mit 15:10 gegen den Gastgeber durchsetzen und alle vier Mannschaften wurden geehrt. Nach einer anschließenden Stärkung trat die Mannschaft die Rückreise an und erreichte am Abend wieder die sächsische Heimat.
Zunächst gilt es dem SV Henstedt-Ulzburg für ein erneut grandioses Turnier zu danken. Mit viel Leidenschaft, Engagement und unzähligen Helfern erschaffen sie jedes Jahr aufs Neue ein absolutes Highlight für zahlreiche Handballmannschaften aus Deutschland. Es ist als Teilnehmer sehr beeindruckend, wie die Vielzahl der Spiele abgesichert und die zahlreichen Mannschaften betreut werden. Weiterhin gilt ein großes Dankeschön den mitgereisten Eltern, die wieder für eine lautstarke Stimmung in den Hallen sorgten. Ohne deren Unterstützung wären solche Turniere nicht möglich und für die Mannschaft sind diese, wie auch andere Vorhaben, absolute Highlights und werden lange in Erinnerung bleiben. (shar)














Bilder (c) Freya Boden, Olaf Gabler




