HANDBALL einmal anders
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Lutz Sahre, Ines Enderlein und Jana Hübner vom VfB 1999 Bischofswerda

Das ganze Wettkampfjahr über berichten wir über sportliche Erfolge unserer Sportlerinnen und Sportler. Im Vordergrund der Berichterstattungen stehen meist die Leistungen unserer Spitzensportler, die Wettkampfberichte der 1. Männer- und Frauenmannschaften, welche in der Ostsachsenliga bzw. in der höchsten Spielklasse Sachsens, der Sachsenliga kämpfen. So wichtig die Publizierung dieser Erfolge auch sein mag, wir sollten uns mal fragen:

Wo kommen diese Leistungen denn her, wo ist der Ursprung dieser Leistung?

Wie immer im Leben – alles beginnt am Anfang, an der Quelle. In unserem Verein heißt die Quelle „Ballschule“. Im März 2005 wurde die Ballschule von unserem ehemaligen Vereinsvorsitzenden Rene Rohac gegründet. Ein Jahr nach der Gründung übernahm Sportfreund L. Sahre die Verantwortung für die Nachwuchsarbeit im Verein. Seit dieser Zeit ging es mit dem Nachwuchshandball deutlich aufwärts. Anfänglich bestand der gesamte Nachwuchsbereich des VfB aus einer Mannschaft, der E-Jugend weiblich. Sportfreund Sahre ließ nicht locker, ging in Schulen, in Kindertagesstätten und erläuterte dort Kindern und auch Eltern die Faszination unserer Sportart Handball. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten – in den folgenden Jahren kamen immer mehr Kinder- und Nachwuchsmannschaften hinzu. Heute kann der VfB stolz auf 8 Nachwuchsmannschaften, welche ab der D-Jugend erfolgreich auf Bezirksebene spielen, blicken. Dieses Pensum ist von einem Einzelnen nicht mehr zu bewältigen und so „rekrutierte“ Sportfreund Sahre personelle Unterstützung für dieses ehrgeizige Projekt. Heute werden ca. 90 Kinder und Jugendliche im VfB von 10 Trainern und Übungsleitern betreut und den Anfang, den Anfang bildet die Ballschule. Für dieses Projekt konnte L. Sahre die Handballerinnen I. Enderlein (ehem. 1.Frauenmannschaft / Oberliga) und J. Hübner (noch aktiv spielend in der 2.Frauenmannschaft) gewinnen.

Enderlein verfügt über eine langjährige Trainerpraxis im Verein. Sie trainierte bereits alle Altersklassen, von E bis B-Jugend. Im Jahr 2008 wurde sie zur populärsten Sportlerin des Jahres im Landkreis Bautzen gewählt. J. Hübner spielt aktiv Handball und hat 2011 erfolgreich die Trainer-C-Lizenz erworben. Beide wissen wovon sie sprechen, wenn sie den Kleinsten im Verein das Ein mal Eins des Handballsports beizubringen versuchen. Beide sind selbst Mütter und kennen die besonderen Umstände beim Training unserer Kleinsten. Befragt zu der Problematik, ob nicht die Gefahr bestünde, dass die Kinder durch ein Training in diesem Alter überfordert würden, sagte Sportfreundin Enderlein: „In der Ballschule soll der natürliche Bewegungsdrang und die Lust am Spiel der Kinder gefördert werden, um ihnen die Faszination unserer Sportart „Handball“ näher zu bringen. Es wird den Kindern demonstriert, wie spielend leicht der Weg vom Anfänger zum richtigen Handballer sein kann. Dabei dominiert in diesem Altersbereich ganz klar: „Erlebnis vor Ergebnis“! Lustige Spielvarianten und die Vermittlung einfacher Spiel- und Wurftechniken sollen bei unseren Jüngsten die Freude am Handball-Spiel wecken.“

Vermutlich ist den meisten Menschen bekannt, dass Sport eines der sinnvollsten und für die Entwicklung des Kindes auch nutzbringendsten Freizeitbeschäftigungen darstellt. Dabei besonders wertvoll für die Charakterentwicklung sind sicherlich Mannschaftssportarten. Eigenschaften wie Teamgeist, Zielstrebigkeit und Disziplin werden bei diesen Sportarten im wahrsten Sinne des Wortes „Spielend“ erlernt und stellen für die Kinder keinen Stress dar. Im Gegenteil – ein gemeinschaftlich errungener Erfolg ist ein unglaublich starkes Erlebnis, was sich unvergesslich ins Gedächtnis einprägt.

Aus Gesprächen mit jungen Eltern wissen wir, dass diese positiven Auswirkungen des Sports im Allgemeinen auch nicht angezweifelt werden. Die Gründe, warum Kindern oft diese Entwicklungsmöglichkeit vorenthalten wird, sind meist ganz anderer Natur.

Als Problem bei der Nachwuchsgewinnung, gerade in den Neuen Bundesländern, erweist sich immer wieder die finanziell angespannte Situation vieler Elternhäuser. Wenn auch der Vereinsbeitrag monatlich nicht sehr hoch sein mag – es ist eben auch Geld. Geld, was für lebenswichtigere Dinge in vielen Familien oft dringender benötigt wird. Um diese Situation etwas zu entspannen hat der Landessportbund Sachsen ein Förderprogramm ins Leben gerufen. Dieses Programm läuft unter dem Namen „KOMM“ und soll Familien bei der Entscheidung helfen, ihr Kind in einem Sportverein anzumelden. Mittels dieser Sportförderung wird für das Kind das erste Jahr Vereinsbeitrag einschließlich der erforderlichen Versicherung vom Landessportbund Sachsen getragen. Die Eltern vieler unserer Schützlinge nutzen diese gebotene Möglichkeit und lassen ihre Kinder das erste Jahr quasi zum Nulltarif im Verein trainieren. In diesem Zeitraum ist auch gut feststellbar, ob ihrem Kind das Training Freude bereitet oder nicht. Was viele Eltern nicht wissen, dieses Förderprogramm ist für Jedermann nutzbar, unabhängig von der Einkommenslage und ohne langwierige Prüfungs- und Auswahlverfahren. Die Trainer unserer Kinder- und Jugendmannschaften kennen sich diesbezüglich gut aus und stehen ihnen mit Rat und Tat gern zu Verfügung. Probieren sie es aus . . . – der erste Trainingstermin nach den Ferien ist am 03.09.2012, 17:00 Uhr im Wesenitzsportpark.

In diesem Sinne wünschen wir dem Trainerteam um Lutz Sahre viel Erfolg bei der Nachwuchsgewinnung und damit bei der weiteren Entwicklung des Handballsports in unserer Region.

 
Hans

 

 

 

Bildunterschriften:

 

Bild 1:  (v.l.n.r.)            Jana Hübner; Lutz Sahre; Ines Enderlein

 

Bild 2:                          Die Ballschule beim Training

 

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